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Auszeit vom Leben oder Warum eine Grippe auch gute Seiten hat.

von Sabine Nemec. 30. Apr 2018

Ich bewegte mich zentimeterweise auf die andere Seite in meinem Bett. Eigentlich waren es Millimeter. Mir ging es richtig schlecht. Alleinerziehend und selbstständig – das ist irgendwie fast ein Schutz gegen das Krankwerden. Wie eine wirksame Grippeimpfung. Dieses Jahr nicht. Fieber schüttelte mich, die Nase war schon wund vom vielen Schnäuzen, mein Hals tat weh, meine Ohren ebenso und ich fühlte mich wie ein Häufchen Elend – nein, wie ein großer Haufen Elend.

Es hatte mich optimistisch gestimmt, dass die Grippe in den letzten Monaten einen Bogen um mich gemacht hatte. Um mich aber dann auf den letzten Metern doch heimzusuchen. Bitte versteh‘ mich nicht falsch – ich möchte nicht Dein Mitleid und ein Jammerlappen bin ich sonst wirklich nicht. Was aber die Viren so im Repertoire haben, ist echt beeindruckend und hat mich glatt drei Wochen ruhiggestellt. Das war richtig hart. Insbesondere deshalb, weil ich nichts tun konnte. Damit meine ich nicht etwas „gegen die Grippe zu tun“, sondern das „Nichtstun“. Und ich hatte eine schwere Zeit das „Nichtstun“ zu akzeptieren, denn ich gehe durch meinen Tag mit gefühlten 200 Stundenkilometer. Normalerweise wäre ich im Büro und hätte gearbeitet oder hätte mich um Haushalt, Kinder und Hund gekümmert oder hätte noch was für formgefühl getan oder einen Artikel geschrieben oder … das Leben ist schließlich voll von Dingen, die erledigt werden wollen. Jetzt musste das alles ohne mich passieren. Das war der wirklich harte Teil meiner Grippe. Mich ganz auf mich konzentrieren, nicht an 1.000 andere Dinge denken oder machen. Einfach zur Ruhe kommen. Tempo verlangsaaaaamen. Auszeit vom Leben.

Hallo, Grippe – Was hast Du für mich in petto?

Mit jedem Tag, mit dem ich mit der Grippe beschäftigt war, war ich auch mehr mit mir beschäftigt und habe mein Lebenstempo runtergefahren. Und losgelassen. So unangenehm die Grippe war, sie bot mir auch eine Auszeit von Verpflichtungen und dem Alltag. In den drei Wochen habe ich viel gelesen, viel geschlafen, viel entspannt und mir ein Update bei den aktuellen Filmen und Serien geholt. Meine durchschnittliche Alltagsgeschwindigkeit reduzierte sich Richtung 0 Stundenkilometer. Wie der Alltag trotzdem weiterlief? Familie und Freunde waren für mich da. Und da zeigten sich die ersten guten Seiten der Grippe: Meine Tochter kocht mir Großmutters-Hühnersuppe für Superkräfte, meine Kinder kümmerten sich rührend um mich, meine Freunde schickten mir täglich Nachrichten (sprechen konnte ich nur schlecht) und gingen auch mit dem Hund raus. Brauchte ich mal ein Medikament, holte ein guter Freund es aus der Apotheke. Mein Team im Büro kümmerte sich um die Projekte und hielten mir den Rücken frei (besonders wichtig: keine Überraschungen bei meiner Rückkehr).

Alles hat zwei Seiten – eine Gute und eine Bessere.

Mit den vielen großen und kleinen Sachen, die wir erleben, ist es doch so: alles hat zwei Seiten. Die Kunst liegt ja vielmehr darin, wenn es schlecht läuft, das Gute darin zu erkennen, und wenn etwas gut ist, es kritisch reflektieren zu können. Die Auszeit vom Leben hat mir gezeigt, auch wenn ich mich hundeelend gefühlt habe und mich nur millimeterweise voran bewegen konnte, dass es viele Menschen gibt, die für mich da sind. Es hat mir Zeit für und mit mir geschenkt – ja, unfreiwillig und mit vielen grippalen Nebeneffekten – und ich konnte wieder andere Sachen machen, zu denen ich bei einem Alltag mit 200 Stundenkilometer nicht dazu komme. Jedes Lebenstempo ist eine Bereicherung. Diese Erkenntnis ist nicht einfach, denn ich liebe mein hochtouriges Leben. Zu viel langsames Tempo und ich würde unter Hospitalismus leiden. Dieser Klassiker hat auch hier Gültigkeit: Die Mischung macht’s.

Ich hoffe, ich werde bei der nächsten Grippewelle übersehen. Kranksein brauche ich nicht. Auch nicht um mein Alltagstempo herunter zu fahren. Es wird zukünftig einfach Momente geben mit unterschiedlicher Geschwindigkeit – und alle tun mir gut.

 

Illustration: one line man/shutterstock.com
30
Apr
2018

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