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Brustkrebsvorsorge: Wie gut kennst Du Deine Brüste?

Brustkrebsvorsorge auf einem Modeportal? Besonders im Oktober eine geeigneter Moment inne zu halten und über ein Thema zu sprechen, das nun in vielen Ländern der Welt im Fokus steht. Aufgrund einer Initiative der American Cancer Society ist der Oktober seit 1985 der Monat in dem die Vorsorge, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs in die Öffentlichkeit gerückt wird. Und auch aus einem anderen Grund: die Zahl der Frauen, die an Brustkrebs erkrankt steigt kontinuierlich – und wird Brustkrebs frühzeitig erkannt, steigen die Heilungschancen.

Eine Einladung, die mich nervös gemacht hat

Eine Einladung flatterte zu mir ins Haus. Genauer gesagt: eine Einladung zu einem Screening vom Mammographie-Zentrum in Hanau. Ich erinnerte mich nun wieder daran, dass ich vor rund 2 Jahre schon einmal so eine Einladung erhalten hatte und sie aus zeitlichen Gründen fahrlässig zur Seite gelegt habe. Ich doch nicht. Ich fühlte mich gesund und „unkaputtbar“. Dieses Mal habe ich den Termin wahrgenommen. In der Nacht vor dem Screening war ich unruhig und wälzte mich von Seite zu Seite – was würde passieren, wenn man was finden würde? Ich bin eine alleinverdienende und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Viele Gründe sehr besorgt zu sein.

Im Mammographie-Zentrum war alles top organisiert und nach kurzer Wartezeit bin ich in die Umkleidekabine begleitet worden mit der Bitte dort meinen Oberkörper frei zu machen. Nach wenigen Minuten klopfte es an meiner Tür und ich betrat das Untersuchungszimmer. Sehr einfühlsam und mit einer ausführlichen Erklärung jeden Schrittes wurde meine Brust von jeder Seite geröntgt. Mit kleinen Witzelchen versuchte ich meine Nervosität zu überspielen. Schon war ich wieder in der Umkleidekabine und dann auch wieder daheim. Alles kurz und schmerzlos.

Mein Besuch im Mammographie-Zentrum

Ein paar Tage später – es war ein Freitag – bekam ich wieder Post. Es war eine Einladung – dieses Mal zu einer Ultraschall-Untersuchung bei einem Facharzt. In meiner linken Brust war etwas Auffälliges entdeckt worden. Schlagartig schlug mir mein Herz bis zum Hals und mein Mund war trocken – was für ein mieses panisches Gefühl stieg da in mir auf? Sofort rief ich in der Facharztpraxis an und wollte den schnellstmöglichen Termin bekommen. Montag sollte ich vorbei schauen, zum Glück. Jetzt hatte ich nur das Wochenende durchzustehen. Verzweiflung, Angst und Panik wechselten sich ab. Nur zwei Tage, die sich jedoch endlos anfühlten.

Montags begleiteten mich meine Tochter und eine Freundin zum Termin und warteten auf mich vor der Praxis. (Im Wartezimmer war es still. Die Anspannung aller wartenden Frauen hatte sich hier festgesetzt.) Was soll ich sagen: Der Arzt hat mich echt beeindruckt. Er verstand es mit meiner Anspannung umzugehen und fand die richtigen Worte und den richtigen Ton. Wenn es einen Frauenversteher gibt, dann war er es. Mein Röntgenbild vom Screening hat er mir ruhig und ausführlich erklärt und gezeigt um welche ungewöhnliche Wucherung es sich handelte. Auf der Röntgenaufnahme war eindeutig eine dunkle Stelle in der linken Brust zu sehen. Sorgsam tastete er die Brust als nächstes ab und nach der Sonographie war klar: es war einfach eine gutartige und kleine Zyste. Ich muss dir nicht sagen wie wahnsinnig erleichtert ich war. Die Anspannung der letzten Tage fiel von mir ab und erst da merkte ich wie sehr mich die Ungewissheit mitgenommen hatte. Um die Zyste zu beobachten, sind jetzt halbjährliche Untersuchungen Programm. Ich weiß, wie verdammt gut es mir geht, weil ich keinen Brustkrebs habe. Und dafür bin ich sehr dankbar. Viele Frauen in Deutschland bekommen am Ende einer solchen Untersuchung eine andere Diagnose mitgeteilt.

Jedes Jahr werden in Deutschland bei über 70.000 Frauen keine Zysten, sondern Brustkrebs diagnostiziert. Mit der Diagnose „Mammakarzinom“ verändert sich von einem Moment zum anderen das Leben, wie Du es kennst. Der Boden wird unter den Füssen weggerissen. Wie bei einer Freundin von mir.

Brustkrebsvorsorge: Je früher, umso besser.

Auch wenn Brustkrebs die häufigste Krebsform bei Frauen ist, so ist sie nicht die Gefährlichste. Wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, ist sie oft heilbar. Jüngere Frauen sind selten betroffen und erst ab 40, besonders ab 50. erhöht sich das Risiko. Nach 70 klingt es wieder ab.

25 Prozent der Frauen mit Brustkrebs sind jünger als 50 Jahre. Deshalb empfiehlt beispielsweise die Initiative Brustkrebs Deutschland e.V. (hier kannst du eine Broschüre herunterladen mit allen Infos zu Brustkrebs, mit einer Schritt für Schritt-Anleitung zum Brustcheck und vielen FAQs) ab dem 30. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung beim Frauenarzt (steht uns gesetzlich zu) sowie jeden Monat die Brust selber abzutasten. Ab 40 sollte dann eine jährliche qualitätssichernde Mammographie durchgeführt werden. Die Kosten dafür werden übrigens von der gesetzlichen Krankenkasse nur bei Verdacht auf eine bösartige Erkrankung übernommen. Alle zwei Jahre gibt es für die Frauen ab 50 die Möglichkeit zur Mammographie zu gehen. Dazu wird frau schriftlich eingeladen. Frauen, in deren Familie schon Krebs vorgekommen ist, sollten sich intensiver um die Vorsorge kümmern.

Per se gilt: ganz gleich in welchem Alter man an Brustkrebs erkrankt, je früher er diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Jetzt bleibt mir nur noch zu fragen: Wann war Deine letzte Untersuchung beim Frauenarzt, deine letzte Selbstabtastung oder deine letzte Mammographie?

Alle Informationen hierzu hat der deutsche Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

Image Credits: Silvana Denker