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Die documenta 14 ist eröffnet. Soll ich hin?

Alle fünf Jahre schaut die Kunstwelt auf Kassel. Grund ist die international bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst – die documenta. Dieses Jahr zum 14. Mal. 100 Tage lang  – vom 10. Juni bis zum 17. September 2017 – zeigen über 160 Künstler an 35 verschiedenen Orten ihre Werke und Performances.

Die documenta 14 wartet in diesem Jahr mit einem absoluten Novum auf. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte findet die documenta parallel in zwei Städten statt. Neben Kassel läuft die Ausstellung seit dem 8. April unter dem Motto „Von Athen lernen“ auch in der griechischen Hauptstadt. Kurator ist der Pole Adam Szymczyk, der Direktor der Kunsthalle Basel und Mitkurator der Berlin Biennale 2008 war.

Und mit der Kunst kommen auch Fragen auf. Warum ist die documenta so wichtig? Was ist typische documenta-Kunst? Wieso Athen? Was passiert eigentlich mit den Kunstwerken, wenn die documenta vorbei ist? Wir haben ein paar Antworten.

documenta

Beau Dick Installation, image credits: Roman März

Wieso findet die documenta eigentlich im hessischen Kassel statt?

Kassel ist die Heimatstadt von Arnold Bode, seines Zeichens Kunsterzieher. Auf seine Initiative hin fand 1955 die erste documenta zeitgleich mit der Bundesgartenschau statt. Im vom Krieg beschädigten Museum Fridericianum wurden 670 Werke der abstrakten Kunst präsentiert. mit dem Ziel den Deutschen die Kunst nahe zu bringen, die während des Nationalsozialismus als „entartet“ abgestempelt wurde.

Was kann frau von der Kunst dort erwarten?

Provokation, Inspiration, Aufregung, die Auseinandersetzung mit politischen Themen: Die Kunst der documenta erfüllte stets den Gedanken des Avantgardes, auch wenn dieser zu jeder Zeit etwas Anderes bedeutete. Auf der erste Ausstellung wurde Picasso gezeigt, 1972 befasste sie sich mit der rebellischen Kunst der 60er und 70er Jahre. Joseph Beuys war fünfmal mit seinen Werken vertreten. Zur documenta 7 im Jahre 1982 gelang es Joseph Beuys 7.000 Eichen in und um Kassel zu pflanzen und so eine unsichtbare Skulptur zu schaffen. Auch die „Fettecke“ war auf der documenta zu sehen. Aus 5 Kilo Butter formte Beuys eine Skulptur, der allerdings nach vier Jahren eine eifrige Putzfrau zu Leibe rückte. Neben Industriedesign, Happenings und Performances zogen auf der Neunten Jazz, Baseball und Boxen ein.

Daniel García Andújar, The Disasters of War – Trojan Horse (2017); Image credits: Mathias Völzke

Warum wird in Athen ausgestellt?

Die documenta 14 widmet sich politischen Themen. Der Kurator Adam Szymczyk und sein Team kümmern sich um Kunst, deren Fokus das Unrecht ist. Und um Ungleichheit zu verdeutlichen wählte er Athen. Athen ist u.a. Geburtsstätte der Demokratie, des Theaters, thematisiert aktuell Flucht und Grenze, zeigt den Kontrast von armen und reichen Ländern sowie unterschiedlicher Kulturen.

Martha Minujín „The Parthenon of Books“; image credits: Roman März

Welche Künstler bleiben unvergessen?

Wohl einer der bekanntesten Künstler, die untrennbar mit der documenta verknüpft sind, ist Joseph Beuys und trägt somit auch zum internationalen Renommee der Kunstausstellung bei. Auf insgesamt 5 Ausstellungen von 1964 bis 1986 hat er Kunstwerke wie die „7000 Eichen“ und „die Honigpumpe“ gezeigt. Unter den 3.300 Künstlern, die bislang eingeladen wurden, sind fast alle bekannten Namen der Kunstgeschichte der vergangenen 100 Jahren: Picasso, Jean Arp, Christoph Schlingensief, Andy Warhol, Gerhard Richter, Ai Wei Wei. Viele Künstler waren vor ihre Einladung nach Kassel noch unbekannt, was sich aber danach schnell änderte.

Brotlose Kunst oder bezahlte Werke?

Die neuentstandenen Kunstwerke werden von der documenta finanziert und gehören nach der Ausstellung dem jeweiligen Künstler. Zusätzlich erhält jeder Künstler, zum ersten Mal übrigens, 1000 Euro Honorar. Eine Einladung nach Kassel ist wie eine Oscar-Nominierung und entsprechend unbezahlbar ist die sagenhafte Steigerung der Bekanntheit eines jeden Künstlers.

Guillermo Galindo „Fluchtzieleuropahanarieschallkörper“; image credits: Nils Klinger

Lohnt es sich für einen Kunst-Laien die documenta zu besuchen?

Auf der documenta kann frau Erfahrungen, Inspirationen und Eindrücke sammeln, die so sonst nicht gemacht werden können. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Themen, die Aktionen, die zum Nachdenken anregen (z.B. das „Parthenon der Bücher“ von Marta Minujin, das aus 20.000 Bücher besteht, die während der Militärdiktatur verboten waren oder die Schönheit von Müllbergen kennenzulernen, aus denen jeder Besucher sich ein Teil aussuchen kann) und die Gelegenheit zu bekommen in andere Kulturen und Denkweisen abzutauchen. Auf der documenta herrscht immer eine besondere Atmosphäre, in der wir die Chance haben Neues zu entdecken – auch über uns. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Hiwa K „When We Were Exhaling Images“ (2017); image credits: Mathias Völzke

Was passiert mit der Kunst nach der Ausstellung?

Außenraumarbeiten und Installationen, die speziell für die documenta kreiert worden sind, werden abgerissen und bleiben als Bilddokumente der Nachwelt erhalten. Transportfähige Kunstwerke gehören Künstlern oder Galerien und können erworben werden. Manche außergewöhnliche Kunstobjekte werden von der Stadt Kassel gekauft und können auch nach der documenta bestaunt werden.

Praktische Infos zur documenta 14

Wenn Du nun Lust bekommen hast die Ausstellung zu besuchen, dann findest Du hier alle Informationen und kannst auch gleich online Tickets kaufen: Infos zur Ausstellung. Die Ausstellungsorte sind täglich von 10-20 Uhr geöffnet.