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Komfortzone versus Problemzone: Wie kann der Kopf ein Problem sein?

von Sabine Nemec. 11. Nov 2018

Komfortzone versus Problemzone – wo hältst Du Dich am liebsten auf? Ist das überhaupt noch eine berechtigte Frage? Ist es nicht ziemlich eindeutig wo wir uns am liebsten aufhalten? Oder macht sie uns in Wirklichkeit nur träge? Nun ja, ich habe festgestellt, dass das gar nicht so einfach ist. Aus vielen verschiedenen Gründen und eben aus den Erfahrungen, die das Leben einem zuwirft. „Problem“ hat es ja an sich schon schwer. Ein Wort bei dem die Alarmglocken ziemlich schnell und laut schrillen. Der Chef kommt ins Büro und meint: „Da gibt es ein Problem. Kommst Du bitte in mein Büro?“ Oder der Kunde nimmt das P-Wort in den Mund. Oder das Kind, die Großmutter, der Arzt, der Elektriker, die Lehrerin. Da schießt in Nullkommanichts das Adrenalin durch meinen Körper, mein Puls beschleunigt sich und ich bin überall, nur nicht mehr in der Komfortzone. Oder stell‘ Dir vor Du umkreist den Mond und rufst dem Kontrollzentrum in Texas zu: Houston, wir haben ein Problem!

Die ganzen Facetten von lösbaren und unlösbaren Problemen sind so vielfältig, dass ich dem ganzen hier und jetzt gar nicht gerecht werden würde, aber ich weiß, dass wir auch etwas übersehen: Das PRO in PROBLEM. Wenn wir inmitten einer schwierigen Situation stecken, dann können wir oft nicht erkennen, dass etwas daran uns gleichzeitig weiterbringt. Das Wort „gut“ mag ich hier nicht verwenden. Wenn jemand dem wir nahe stehen schwer erkrankt, dann ist daran nichts gut. Auf seine besondere Weise bringt uns die Situation dennoch weiter. Ein Geschenk des Lebens, dass nicht nach einem aussieht.

Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass ein Problem unglaublich viel Kraft, Willensstärke und Kreativität freisetzt. Dass die Astronauten der Apollo 13 wieder heil auf der Erde gelandet sind, ist schließlich das Ergebnis eines Ideenrausches und zeigt, dass auf eine seltsame eigene Art und Weise wir dort landen, wo wir weiterkommen.

Das Problem mit der Problemzone

Jetzt kommt zu „Problem“ noch ein Wort hinzu und es entsteht die Problemzone. Etwas Großes und Einnehmendes. Aus einem Problem wird praktischerweise eine ganze Zone nun in Quarantäne gesteckt. Denn nicht nur bedeutet „Problemzone“ für jeden etwas anderes, sie lässt sich auch an vielen verschiedenen Orten und Stellen entdecken. Bei manchen ist sie vielerorts am Körper und sehr oft ist sie eigentlich nur an eine Stelle zu finden: im Kopf. Ja, genau: es handelt sich um die Einstellung.

Mit meinen Schnittlauchlocken beispielsweise habe ich in meinem Leben immer die Lockenpracht anderer Frauen bewundert. Meine Haare waren für mich immer wieder eine „Problemzone“: dünn, gerade, unspektakulär. Einerseits. Andererseits habe ich sie auch schätzen gelernt, denn sie sind auch einfach zu pflegen, genügsam und glänzen schon mit geringem Pflegeeinsatz. Die eine Frau hat einen kleinen Busen und hätte so gerne eine weiche große Oberweite. Die andere hat einen „thigh gap“, die Andere Oberschenkel, die an einander reiben und so manches Handy davor bewahrt hat in die Toilette zu fallen. Bauch, Beine, Po – zu viel, zu wenig, Cellulite oder auch nicht, graue Haare, wenig Haare, Haare an den falschen Stellen, Chicken Wings (die winkenden Oberarme), große Füße, Pickel hier, Couperose da. Wo soll das nur hinführen? Klar ist, wer ein Produkt verkaufen möchte, muss ein Bedürfnis wecken. Und das klappt, wenn etwas nicht so ist wie es sein soll. Also werden Zonen hervorgehoben, die optimiert werden könnten.

In einer stark visuellen und retuschierten Welt haben wir verlernt den Körper in seinen vielen „Ausführungen“ wahrzunehmen und zu akzeptieren. Wir haben uns von der vorurteilsfreien Vielfalt der Natur distanziert und an alles und jeden ein Etikett geheftet. William Shakespeare in seiner zeitlosen Weisheit hat es meines Erachtens bestens auf den Punkt gebracht: An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.

Der Kern des Menschseins ist das Anderssein. Kein Mensch auf diesem wunderbaren Planten gleicht schließlich dem anderen. Das sollten wir uns immer bewusst machen und jeden Tag aufs Neue kommunzieren. Wir können gar nicht genug Botschaften zu Bodypositivity und Toleranz hinaus in die Welt senden. Bleibt also stolz und zäh.

Auf Spurensuche

Eine Problemzone ist so vielschichtig wie eine Zwiebel. Sie kann so viel Verschiedenes bedeuten und deshalb machen uns im November auf und gehen auf Spurensuche mit zum Teil prominenter Begleitung. Sei dabei!

 

Photo by Velizar Ivanov
11
Nov
2018

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