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Lifestyle

Riccardo Simonetti im Gespräch: Über Diversity, Hater und das Wertvollste in seinem Leben

von Sabine Nemec. 23. Nov 2018

Lange Haare, Bart, schrille Kleidung: Riccardo Simonetti möchte auffallen. Das ist gut, denn es steckt eine klare Botschaft dahinter. Während seiner Grundschulzeit im bayrischen Bad Reichenhall wurde er für sein Aussehen, seine Art und seinen Kleidungsstil gehänselt und abgelehnt. Schon damals war Riccardo anders. Kleider seiner Mutter trug er gerne mal als T-Shirts“Ich war immer ein merkwürdiger Junge und musste mich seit Tag eins meiner Existenz dafür rechtfertigen, was für Träume ich hatte, was für Klamotten ich aussuchte und was für einen Lebensstil ich anstrebte.“, schreibt er auf seinem Blog. Im Internet kann er nun seine Botschaft nach außen tragen: Du kannst es auch, trau dich!

 „Jeder Mensch soll seine Andersartigkeit ausleben dürfen!“

Heute wird Riccardo Simonetti gefeiert und zählt zu den bekanntesten Bloggern Deutschlands. Gerade war er in Los Angeles bei den People’s Choice Awards zu Gast. Auf dem Red Carpet traf er zahlreiche Promis inklusive ein Selfie mit Kim Kardashian. Sein Leben findet zur Zeit auf der Überholspur statt. Dennoch hat er sich etwas Zeit für unsere Fragen genommen.

 

Hallo Riccardo, wie würdest Du Dich vorstellen?

Mein Name ist Riccardo, ich bin 25 und selbst ernanntes „Starlet On The Rise“!

 

Du hast einen vollen Terminkalender: Moderator, Autor, Schauspieler, Fernsehauftritte, Synchronsprecher. Wie schaffst Du das alles unter einen Hut zu bekommen?

Es ist alles eine Frage der Einstellung. Ich will einfach, dass das alles klappt und gebe immer 100%. Ich bin super dankbar für all diese Chancen und will mich nicht nur auf eines festlegen, daher versuche ich mich immer so gut es geht vorzubereiten.

 

Lass‘ uns über erste Male sprechen. Wie war Dein erstes Mal auf der Bühne?

Ich war 4 Jahre alt und spielte einen Holzfäller. Nicht so glamourös, aber ich habe es geliebt, auch wenn es nur eine Nebenrolle war und ich schon damals lieber Hauptdarsteller gewesen wäre!

 

Viele Moderatoren und Schauspieler haben Lampenfieber vor ihrem großen Auftritt – auch noch nach vielen Jahren. Wie gehst Du mit Lampenfieder um? Hast Du bestimmte Rituale?

Ich bin extrem diszipliniert, auch wenn man das hinter meiner lockeren Art nicht vermutet, kann ich auf der Bühne nur perfekt sein, wenn ich gut vorbereitet bin und mein Timing abschätzen kann. Da ist man immer aufgeregt vorher, aber am Ende gebe ich immer mein bestes und hoffe das Publikum unterhalten zu können. Ich stelle mir bevor ich auf die Bühne gehe immer den Applaus vom Publikum vor und höre dabei live Auftritte von meinen Lieblingskünstler, um mich zu motivieren.

 

Wann wusstest Du, dass Du einen Blog starten möchtest? Wie hast Du Deiner Großmutter erklärt was für einen Beruf Du hast?

Ich habe meinen Blog als Teenager in der zwölften Klasse gestartet, als eine Art online Tagebuch, auf dem ich mich selber zu etwas erklären kann. Ich habe dort über Mobbing und meine Träume geschrieben und gehofft Menschen mit erreichen zu können.

 

Was sind die großen Herausforderungen als Influencer?

Für mich persönlich? Nicht immer in die irgendwas mit Internet Schublade gesteckt zu werden. Ich habe eine komplett andere Herangehensweise an meine Arbeit und möchte, dass die Dinge, die ich mit den Menschen kommuniziere sie auch beschäftigen, wenn das Smartphone aus ist.

 

Wie gehst Du mit Hatern um?

Die hatte ich schon immer in meinem Leben, auch vor Instagram auf der Straße. Wenn man anders ist und stolz darauf, dann ist das immer der Preis, den man bezahlen muss. Ich lasse auch negative Kommentare bewusst stehen um anderen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und auch in meinem Leben so etwas dazugehört.

 

riccardo simonetti buchDein erstes Buch „Mein Recht zu Funkeln“ ist frisch herausgekommen. Was braucht es um ein Buch zu schreiben?

Ich glaube das wichtigste ist eine Botschaft, die man mit den Menschen teilen möchte. Für mich war das Ganze extrem persönlich und ich habe alles selber geschrieben, dabei bin ich an die dunkelsten Orte meiner Seele gegangen und das hat keinen Spass gemacht, aber das stundenlange Schreiben, hat sich spätestens dann gelohnt, als ich von den Lesern, die ersten Nachrichten bekommen habe und gesehen habe, dass sie beim Lesen genau das gefühlt haben, was ich beim Schreiben im Sinn hatte.

 

Worum geht es in Deinem Buch? Welche Message möchtest Du Deinen Lesern mitgeben?

Ich will all den Menschen mitgeben, die für gewöhnlich durch ihr anders sein an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, dass sie ihr Anders Sein nicht als Schwäche, sondern als Stärke sehen sollen und sich selber mehr lieben müssen, als die Meinung anderer. Aber ich will auch, dass Menschen, die nie das Gefühl hatten anders zu sein, lernen wie sich das anfühlt permanent verurteilt zu werden.

 

Wie war Deine Schulzeit?

Sehr fordernd. Ich bin gerne zur Schule gegangen, auch wenn es nicht immer einfach war, weil Mobbing ein großes Thema war, aber es hat mich dazu gebracht noch härter an meinen Träumen zu arbeiten und mich für eine bessere Zukunft zu bemühen.

 

Wie bist Du mit Menschen und Situationen umgegangen, die Dich diskriminiert haben?

Ich habe damals, wie heute versucht mich davon nicht beirren zu lassen, auch wenn das oft schmerzlicher ist, als man denkt. Aber das ist der Preis, den man eben zahlen muss, wenn man anders ist – deswegen setze ich mich heute auch so dafür ein, dass der Junge, der ich selber mal war und den es da draußen noch zu genüge gibt, es irgendwie leichter hat.

 

Wir haben uns auf eine Modeveranstaltung für Plus Size Frauen getroffen. Wie passt Du dahin?

Ich glaube das Thema Diversity hat in meinem Leben eine elementare Rolle. Meine Fans, die hauptsächlich weiblich sind, wollen nicht alle so sein, wie ich – sie wollen sie selbst sein und brauchen jemanden, der nicht nur darüber spricht, sondern es ihnen auch wirklich vorlebt. Ich versuche allen Menschen, die oft das Gefühl haben nicht in die Gesellschaft zu passen, das Gefühl zu vermitteln, dass sie wertvoll sind und sich selber einfach mehr feiern sollten. Das was dich von anderen unterscheidet, macht dich zu etwas Wundervollem.

 

Was ist das Wertvollste, das Du hast?

Die Eigenschaft mich selber mehr zu lieben, als die Meinung der Gesellschaft.

 

Vervollständige den Satz:

Diversity ist … für mich das Schöne in unserer Unterschiedlichkeit nicht nur anzuerkennen, sondern zu feiern.

 

Vielen herzlichen Dank, Riccardo!

Image credits: mit Pullover - Nico Stank, Buch - Community Editions
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Nov
2018

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