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Schlagfertigkeit: Gekonnt kontern bei dummen Sprüchen und anderen Gelegenheiten

KollegInnen, ChefIn, Partner, Kinder, Freunde oder ein unbekannter Mensch auf der Straße können mit einem albernen Spruch, einem zynischen Statement oder einem unfairen Kommentar uns ziemlich sprachlos machen, blamieren und unkompetent dastehen lassen. Oft fällt einem erst viel später eine richtig gute Antwort ein. „Spätzünder“ haben das Nachsehen. Klar, das Leben läuft nicht nach Drehbuch und einen pfiffigen, souveränen Konter à la Jane Bond können wir nicht immer locker aus der Hüfte schießen. Nur wie klappt es mit der Schlagfertigkeit? Muss ich dazu ein Naturtalent wie Barbara Schöneberger oder Harald Schmidt sein?

Gute Schlagfertigkeit ist nicht immer lustig und locker.

Hier die gute Nachricht: Schlagfertigkeit kann frau trainieren. Alle großen Rhetoriker und besonders schlagfertige Menschen wie Franz Josef Strauss und Winston Churchill haben ihre Schlagfertigkeit geübt und sich auf alle Eventualitäten vorbereitet. Dem letzteren verdanken wir übrigens viele wunderbare Zitate und die folgende berühmte und unvergessliche Anekdote: Winston Churchill wurde mal während einer Abendsoirée von Lady Astor, eine Kritikerin seiner Politik, angegangen. Nach einem verbalen Schlagabtausch meinte die Dame: „Wenn ich ihre Frau wäre, würde ich ihnen Gift in den Tee geben!“ Churchill antwortete ziemlich gelassen: „Wenn ich ihr Mann wäre, würde ich den Tee trinken.“

Vielleicht denkst Du „Das wäre mir niemals eingefallen!“ – aber gib‘ Dir eine Chance. Mit der passenden Einstellung, dem richtigen Handwerkszeug und ausreichender Übung wäre Dir auch ein humorvoller Konter eingefallen. Übrigens: Eine schlagfertige Antwort muss nicht immer witzig sein. Sie sollte zu aller erst passend sein, denn ein lockerer Spruch ist nicht in jeder Situation angebracht.

Die Idee im Treppenhaus – nur früher

Bei der Schlagfertigkeit geht es weder darum jemanden zu „schlagen“ noch jemanden „fertig“ zu machen. Schlagfertigkeit ist vielmehr ein „Fechten mit Gedanken“. Für eine Antwort mit Wortwitz muss der Geist in der entsprechenden Situation in der Lage sein, flott und beweglich, den zum Gegenschlag fertigen Gedanken in passende Worte zu fassen. Schlagfertigkeit heißt auch treffend auf französisch: „L’idée de l’éscalier“ – die Treppenhausidee, denn erst wenn wir zu Hause sind, fällt uns im Treppenhaus die passende Antwort ein. Leider zu spät. Deshalb ist es äußerst hilfreich sich strukturiert vorzubereiten. Das kannst Du auf vielfältige Art und Weise. Hier ein paar Anregungen:

1. Deine Blockaden. Schreibe Dir Situationen auf in denen Du schnell aus der Fassung gerätst. Das sind die Momente, die Du negativ bewertest. Macht Dich eine freche Bemerkung ärgerlich? Dann frage Dich warum. Überlege Dir welche unangenehmen Erfahrungen oder Ängste dahinter stecken könnten.

2. Deine Einstellung. Prüfe Deine Einstellung, denn sie ist der Schlüssel zum erfolgreichen Meistern von schwierigen Momenten. Welche Erwartungen stellst Du an Dich? Was für Erwartungen hast Du an Deine Mitmenschen? Was hältst Du von Menschen, die Dich provozieren? Wenn Du glaubst, dass man Dir „Schlechtes“ will, dann wird es Dir schwer fallen Dich nicht als Opfer zu fühlen und überlegt zu reagieren. Und: Habe keine Angst vor unangenehmen Situationen. Betrachte sie als eine gute Gelegenheit von der Du lernen kannst – über Dich und Deinen Gesprächspartner.

3. Deine Stärken. Werde Dir Deiner Schwächen und Stärken bewusst. Deine Schwächen, damit Du einfach vorbereitet bist, falls diese thematisiert werden und Deine Stärken, damit Dein Selbstwertgefühl unabhängig bleibt von der Meinung anderer Menschen.

4. Dein „Innerer Airbag“. Er hilft Dir schwierige Situationen durchzustehen und gelassen zu bleiben. Denke an eine positive Situation in der Du gelassen geblieben bist und mit kühlem Kopf reagiert hast, obwohl es heiß her ging. Was ging in Dir vor? Wie war die Reaktion der anderen? Baue Dir vor Deinem geistigen Auge ein konkretes Schutzschild um Dich (z.B. als Glasglocke oder Rüstung) auf. Verknüpfe einen geeigneten Satz mit Deinem Schutzschild, beispielsweise „Ich bin vor dieser Person sehr gut geschützt“, den Du nun bei entsprechenden Gelegenheiten zu Dir selbst sagen kannst.

5. Deine Kommunikationsfähigkeit. Trainiere Deine sprachlichen Fähigkeiten zum Beispiel auf Fortbildungen zum Thema „Schlagfertigkeit“ und „Rhetorik“, mit Wortschatzübungen, Wortspielen und Leseübungen. Entwickle Deine eigenen Reime und frische Deinen Wortschatz auf indem Du auch mal andere Worte verwendest.

6. Deine Authentizität. Entwickle Deinen eigenen „Schlagfertigkeitsstil“. Reagiere auf einen unangebrachten Kommentar, so wie es am besten zu Dir passt. Suche Dir die Techniken heraus, die Dir zusagen und mit denen Du dich wohlfühlst. Bereite ein paar „Erste Hilfe“-Sätze vor. Übrigens: Auch ein Schweigen kann manchmal eine passende Antwort sein. Nicht immer muß frau mit Worten zurückschlagen.

7. Dein Einfühlungsvermögen. Nimm nicht jeden verbalen Angriff persönlich. Vielleicht hat Dein Gegenüber gerade einen wirklich schlechten Tag und jetzt bekommst Du alles ab. Versuche auf der Sachebene zu bleiben und lasse Dich nicht auf einen persönlichen Schlagabtausch ein. Du kannst jederzeit die Reißleine ziehen und das Gespräch verschieben: „Wenn Du so mit mir redest, dann unterbreche ich das Gespräch.“

8. Deine Körpersprache. Was signalisierst Du durch deine Körpersprache? Achte darauf, dass Du mit Deinem Körper Stärke und Sicherheit signalisierst, auch wenn Du Dich einen kurzen Moment lang nicht so fühlst. Nicht empfehlenswert sind verkniffene Lippen, zusammengezogene Augenbrauen, eine weggedrehte oder zusammengefallene Körperhaltung, Unmutsgesten (z.B. Vogel zeigen), hektische Gesten oder nervöses Spiel mit Gegenständen. Aggressive Signale lösen aggressive Reaktionen beim Gesprächspartner aus.

Im zweiten Teil zu Schlagfertigkeit stellen wir Dir verschiedene Antworttechniken vor. Lass‘ Dich überraschen.